Während die Motorradfavoriten absichtlich bis zum Ende des Prologs der Dakar Rally zurückgehalten wurden, ließ die Autokategorie keine Zeit verstreichen und drehte die Stoppuhr gnadenlos.
Momente nachdem Daniel Sanders das Motorrad auf der 22 Kilometer langen Sonderprüfung beendet hatte, richtete sich das Spotlight auf die vier Räder — mit Lucas Moraes, der die Autos auf denselben Kurs führte.
Die Startreihenfolge war klar und unerbittlich: Ultimates zuerst, gefolgt von Stock, Challengers, SSVs und schließlich den Lastwagen. Im Gegensatz zu den Motorrädern zählen die Prologzeiten der Autos jedoch nicht für die Gesamtwertung — ein entscheidendes Detail, das später einige harte Schläge abmildern würde.
Moraes setzt den ersten Marker — und er hält nicht lange
Als erstes Auto auf der Strecke stoppte Moraes — der den Dacia Sandrider mit Navigator Dennis Zenz teilte — die Uhr bei 11:22.2. Es war ein respektabler Eröffnungsbenchmark, der sich jedoch schnell als unzureichend selbst für die Top Ten erwies.
Sein Teamkollege Nasser Al-Attiyah unterbot sofort die 11-Minuten-Marke mit 10:56,6, doch selbst das reichte nicht für einen Podiumsplatz. Der fünfmalige Dakar-Sieger musste sich letztendlich mit Platz vier begnügen, weniger als acht Sekunden von der Spitze entfernt.
Ekström schlägt zuerst zu, während Ford seine Muskeln spielen lässt
Die schnellste Zeit des Prologs gehörte Mattias Ekström.
Im Ford Raptor, zusammen mit dem Beifahrer Emil Bergkvist, lieferte Ekström eine messerscharfe Runde von 10:48,7 ab und setzte den Maßstab für das gesamte Teilnehmerfeld.
Fords Stärke wurde sofort unterstrichen, als Teamkollege Mitch Guthrie, mit Kellon Walch, mehr als sieben Sekunden schneller war — aber dennoch mit Platz zwei vorliebnehmen musste, da die Abstände hinter ihm mikroskopisch waren.
Vier Crews unter elf Minuten — nichts trennt sie
Der Kampf an der Spitze war brutal eng:
- Zweiter Platz: Guthrie / Walch
- Dritter Platz: Guillaume de Mévius / Mathieu Baumel im X-Raid Mini, nur zwei Zehntel dahinter
- Vierter Platz: Al-Attiyah / Fabian Lurquin, nur drei Zehntel weiter zurück
Diese vier waren die einzigen Teams, die die 11-Minuten-Barriere durchbrachen, und markierten sich sofort als die frühe Referenz der Ultimate-Klasse.
Toyota führt die Verfolgung, während das Feld sich verdichtet
Hinter dem vorderen Quartett zeigte die Stoppuhr kein Erbarmen. Nur 1,5 Sekunden trennten den fünften bis neunten Platz:
- Fünfte: Seth Quintero / Andrew Short, Toyotas stärkstes Paar
- Sechste: Titelverteidiger Yazeed Al-Rajhi / Timo Gottschalk
- Siebte: Ultimativer Debütant Eryk Goczal / Szymon Gospodarczyk
- Achte: Carlos Sainz / Lucas Cruz, dritter Ford Raptor
- Neunte: Mathieu Serradori / Loïc Minaudier, schnellstes Century-Paar
Die Top Ten wurde von Saood Variawa / François Cazalet im Toyota Gazoo Racing SA Hilux komplettiert.
Lategan entkommt der Katastrophe dank der Prolog-Regeln
Ein großer Name, der in den Top Ten fehlte, war Henk Lategan, Zweiter bei der Dakar im vergangenen Jahr.
Zusammen mit Brett Cummings war Lategan früh wettbewerbsfähig — fünftschnellster nach zehn Kilometern — verlor jedoch fast zwei Minuten an Ekström in der zweiten Hälfte der Etappe.
Entscheidend ist, dass der Prolog nicht zählt für die Gesamtwertung, was den Toyota-Werkfahrer vor frühen Schäden bewahrt.
Trotzdem beendete er das Rennen hinter dem besten Niederländer des Tages, Janus van Kasteren, dem Truck-Gewinner von 2023. Van Kasteren und Marcel Snijders sicherten sich einen respektablen 22. Platz in ihrem Shiver Offroad Century.
Ein Warnschuss, kein Urteil
Der Prolog zählt vielleicht nicht für die Autos — aber die Botschaft war unmissverständlich.
Die Margen sind mikroskopisch.
Ford ist schnell.
Toyota ist nah dran.
Und die Dakar Rally hat bereits begonnen, Fehler aus dem Feld herauszudrücken.
Die Stoppuhr hat gesprochen.
Der echte Schaden beginnt jetzt.








