Die Bestie entfesseln: Ollie Bearmans auffällige Parallelen zu Max Verstappens furchtlosem Fahrstil
In der elektrisierenden Welt der Formel 1 ist die Suche nach Geschwindigkeit eine unermüdliche Verfolgung, aber was definiert wirklich die Geschwindigkeit eines Fahrers? Hier kommt Ollie Bearman ins Spiel, der aufstrebende Star, der Köpfe verdreht und Vergleiche mit den Elitefahrern der F1 zieht, insbesondere mit dem unbezwingbaren Max Verstappen. Während Bearman möglicherweise noch nicht mit Verstappens außergewöhnlichem Können mithalten kann, entdeckt er eine seltene Fähigkeit, die ihn näher an den viermaligen Weltmeister bringt als die meisten seiner Altersgenossen: das unheimliche Talent, Heckinstabilität mit Finesse zu navigieren.
Bearmans außergewöhnliches Können ermöglicht es ihm, einen robusten Vorderachgriff zu nutzen, wodurch er wahnwitzige Geschwindigkeiten in Kurven mitnehmen kann – etwas, das viele, einschließlich seines Haas-Teamkollegen Esteban Ocon, nur schwer erreichen können. „Das ist eine faire Einschätzung“, erkennt Bearman an, als er nach seiner Fähigkeit gefragt wird, ein loses Heck zu kontrollieren. „Ich bevorzuge ein positiveres Auto, das vorne scharf reagiert, was mir generell erlaubt, mehr Rundenzeit herauszuholen.“ Diese Vorliebe bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Da der Haas VF-25 aufgrund der verbesserten Leistung zunehmend heikel wird, musste Bearman seinen Setup-Ansatz anpassen, insbesondere angesichts dynamischer Windbedingungen und durch den Verkehr verursachter Unvorhersehbarkeiten.
Die Anpassungsfähigkeit des jungen Fahrers sticht hervor, da seine Ingenieure oft überrascht sind von dem Maß an Instabilität, das er am Heck bewältigen kann. „So fährt man diese Autos und holt Leistung heraus“, erklärt Bearman und betont die Notwendigkeit von Flexibilität in seiner Fahrtechnik. Hier zeigt sich die Weisheit des Teamchefs von Haas, Ayao Komatsu, der sagt: „Wenn das Auto zu 100 % stabil ist, kannst du nicht lenken – du kannst nur geradeaus fahren.“ Das Gleichgewicht zwischen Stabilität und Geschwindigkeit ist ein zartes Spiel, und Bearman meistert es wie ein Maestro.
Doch was Bearman wirklich auszeichnet, ist nicht nur seine Fähigkeit, mit Instabilität umzugehen, sondern auch seine überlegene Bremstechnik. Als die Einsätze in der Saison 2025 stiegen, wurde deutlich, dass Bearmans spätes und kraftvolles Bremsen im krassen Gegensatz zu Ocons vorsichtigerem Ansatz stand. Ocons Beschwerden über Bremsprobleme – er erwähnte, dass er deutlich früher bremsen müsse, um Blockaden zu vermeiden – hoben den deutlichen Unterschied in ihren Fahrstilen hervor. Komatsu stellte fest, dass Bearman den Abtrieb des Autos wie ein wahrer Künstler nutzt, was ihm ermöglicht, früher auf die Bremsen zu gehen, um Kurven präzise zu durchfahren.
Die erste volle Saison des Rookies in der F1 war eine Achterbahnfahrt, geprägt von Höhen und Tiefen. Frühe Fehltritte umfassten Unfälle und Verstöße gegen rote Flaggen, die seine Leistung beeinträchtigten. Dennoch zeigte Bearman in der zweiten Hälfte der Saison eine bemerkenswerte Wende, indem er in sechs von zehn Rennen Punkte erzielte und einen beeindruckenden vierten Platz in Mexiko belegte. Diese Transformation ist nicht nur ein Glücksfall; sie spiegelt Bearmans sich entwickelnde Denkweise und seine Fähigkeit wider, aus den Fehlern zu lernen, die viele Neueinsteiger plagen.
„Meine Herangehensweise an die Formel 1 anzupassen, war entscheidend“, reflektiert Bearman. „In der F2 musst du das Auto fast sofort bis an die Grenzen treiben, aber die F1 erfordert eine andere Strategie – ein Verständnis dafür, dass du mehr Runden und Reifen hast als je zuvor.“ Diese neu gewonnene Weisheit hat es ihm ermöglicht, zu gedeihen und zu beweisen, dass seine Geschwindigkeit kein bloßer Kurzzeitblitz ist, sondern ein Vorbote für konsistentere Leistungen.
Bearmans Ambitionen kennen keine Grenzen. Mit einer Geschichte bei Ferrari, die bis ins Jahr 2021 zurückreicht, und einer herausragenden Leistung als Ersatz für Carlos Sainz werden die Gerüchte über einen Vollzeitplatz bei Ferrari immer lauter. Doch der Weg zu dieser begehrten Position ist steil und verlangt, dass er weiterhin sein Können verbessert. „Ich habe mein Tempo bewiesen, und während ich nicht erwarte, an jedem Wochenende auf meinem Höhepunkt zu sein, weiß ich, was ich vom Auto brauche und wie ich mein Talent maximieren kann“, behauptet er selbstbewusst.
Mit dem bevorstehenden Saisonstart 2026 werden die Einsätze noch höher, da völlig neue Autos eingeführt werden. Bearman wird Herausforderungen nicht nur von seiner Konkurrenz, sondern auch von innen gegenüberstehen, während er versucht, seinen Verbesserungsweg angesichts des Drucks der F1 aufrechtzuerhalten. „Wenn ich meine Leistung ohne Fehler weiter steigern kann, ist das Wachstumspotenzial grenzenlos“, sagt er.
In einem Sport, in dem der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg nur wenige Millisekunden betragen kann, positioniert sich Bearmans Mischung aus Talent, Denkweise und unermüdlichem Antrieb zur Verbesserung als eine formidable Kraft auf dem Grid. Mit jeder Kurve und jeder Runde rückt er näher an eine Zukunft, die ihn in die Reihen der F1-Legenden führen könnte. Wenn sein aktueller Kurs anhält, könnte das Brüllen eines Ferrari-Motors bald den Namen Ollie Bearman begleiten, ein Name, der dazu bestimmt ist, in die Annalen der Motorsportgeschichte eingraviert zu werden. Anschnallen – das ist erst der Anfang.








