Ein Jahr später: Der dramatische Fall von Lewis Hamilton und der Ferrari-Traum
Genau vor einem Jahr sorgte Lewis Hamilton für Aufsehen in der Motorsportwelt, als er ein atemberaubendes Bild postete, das zum meistgelikten Instagram-Beitrag in der Geschichte der Formel 1 werden sollte. Vor dem ikonischen Wohnsitz von Enzo Ferrari in Modena gekleidet in einen eleganten dreiteiligen Anzug von Ferragamo, posierte Hamilton neben dem legendären Ferrari F40. Mit über 5,7 Millionen Likes und 25 Millionen Aufrufen auf X war der Beitrag ein fesselnder Moment, der auf ein glorreiches neues Kapitel in Hamiltons Karriere hindeutete. Doch was folgte, war alles andere als das Märchenende, das sich die Fans erhofft hatten.
Das Datum war der 20. Januar 2025, und die Einsätze waren hoch. Hamilton, ein siebenmaliger Weltmeister, sollte Ferraris Erbe neues Leben einhauchen, das seit 17 langen Jahren ohne einen Konstrukteursmeistertitel dahinvegetierte. Sein sorgfältig inszenierter Auftritt, ergänzt durch Berichte über seine Italienischkenntnisse, signalisierte ein unerschütterliches Engagement für die Scuderia. Doch die Saison 2025 sollte sich bald als qualvolle Tortur entpuppen.
In einer schockierenden Wendung der Ereignisse entwickelte sich Hamiltons Kampagne 2025 zur schlechtesten seiner illustren Karriere. Zum ersten Mal seit seinem Einstieg in die F1 im Jahr 2007 absolvierte er eine gesamte Saison, ohne einen einzigen Podiumsplatz in einem Grand Prix zu erreichen. Der einzige Lichtblick auf einen Sieg kam während des China Sprint im März, ein flüchtiger Moment, der die tristen Sonntage, die folgten, umso mehr betonte.
Die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild: Hamilton belegte den sechsten Platz in der Meisterschaft und sammelte lediglich 156 Punkte – erschreckende 86 Punkte hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc, der auf 242 Punkte aufstieg. Auch seine Leistung im Qualifying war ebenso enttäuschend und lag im Durchschnitt vier Positionen hinter Leclerc, was in einem historischen Tiefpunkt gipfelte. Hamilton wurde der erste Vollzeit-Ferrari-Fahrer seit 2009, der als Letzter qualifizierte, und erlitt drei aufeinanderfolgende Q1-Eliminierungen von Las Vegas bis Abu Dhabi. Er beschrieb die Saison offen als Albtraum, und es war klar, dass das SF-25-Auto grundlegend fehlerhaft war.
Die Probleme waren zahlreich: Ein missratener Aufhängungswechsel, ein enges Betriebsfenster und schwere Bremsinstabilität plagten das Fahrzeug. Nach Disqualifikationen in China aufgrund von Plankenverschleiß und Gewichtsverletzungen sah sich Ferrari gezwungen, konservative Setups zu übernehmen, was die Leistung erheblich beeinträchtigte. Da er sich schwer tat, sich an ein Auto anzupassen, das ohne seinen Input nach 12 erfolgreichen Jahren bei Mercedes entwickelt wurde, fand Hamilton es zunehmend schwierig, sich mit dem erforderlichen Fahrstil in Einklang zu bringen.
Als Ferrari unter zunehmendem Druck stand, wurde im April 2025 eine entscheidende Entscheidung getroffen. Das Team stellte die wesentliche Entwicklung des SF-25 ein, nachdem es zu dem Schluss gekommen war, dass das Konzept unüberwindbare Einschränkungen aufwies. Alle Augen richteten sich auf 2026, wo umfassende regulatorische Änderungen ein Neuanfang für das gesamte Feld versprachen. Die neuen Vorschriften werden leichtere, agilere Autos mit aktiver Aerodynamik, überarbeiteten Hybridantriebssträngen und einem manuellen Übersteuermodus einführen, was die bedeutendste Überarbeitung in der Geschichte der F1 darstellt.
Für Hamilton ist die Saison 2026 mehr als nur eine weitere Gelegenheit; sie ist ein kritischer Wendepunkt in seiner ruhmreichen Karriere. Berichten zufolge formuliert Ferrari eine Doppelstrategie, um sowohl Hamilton als auch Leclerc gerecht zu werden, mit einem neuen Seitenkasten-Konzept, das für den Saisonauftakt in Australien im März geplant ist. Mit drei Test-Sessions vor der Saison, die am 26. Januar in Barcelona beginnen, steigt der Druck.








