Die Formel-1-Strecke ist erneut von Kontroversen um das sogenannte ‚mini-DRS‘-System erfüllt. Kürzlich aufgetauchte Anschuldigungen deuten darauf hin, dass Ferrari und McLaren das umstrittene Konzept während der Vorsaison-Tests genutzt haben könnten.
Fred Vasseur und Christian Horner, die Teamchefs von Ferrari und Red Bull, begrüßten letzte Woche die Klarstellung der FIA zur Verwendung flexibler Frontflügel. Dies geschah nach Spekulationen, dass McLaren oder Mercedes möglicherweise die Regeln bezüglich der Flexibilitätsgrenzen ihrer Frontflügel-Designs umgehen könnten.
Der McLaren-Chef, Andrea Stella, versicherte den Kritikern, dass diese Anschuldigungen keine Bedenken für sein Team hervorriefen. Tatsächlich äußerte er das Vertrauen, dass die strengere Kontrolle des Regelwerks durch den Verband keine Änderungen am McLaren-Auto vor dem Beginn der neuen Saison erforderlich machen wird.
Allerdings hat kürzlich aufgenommene Onboard-Aufnahmen aus der Testphase in Bahrain die Debatte neu entfacht. Die Aufnahmen lösten Spekulationen aus, dass mehrere Teams möglicherweise wieder mit dem Gedanken spielen, das ‚mini-DRS‘-System zu verwenden. Ein anonymer Teamchef, der mit The Race sprach, erklärte, dass einige der in den Aufnahmen beobachteten Heckflügel ungewöhnlich flexibel erschienen. Der Teamchef gab zu, dieses Entwicklung genau im Auge zu behalten.
Im letzten Jahr kursierten Gerüchte, dass McLaren einen breiteren Schlitzabstand schafft, um den Luftwiderstand zu minimieren und die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen. Dies führte zur Entstehung des Begriffs ‚mini-DRS‘. Es wird nun angedeutet, dass einige Teams diese Strategie erneut in Betracht ziehen, einschließlich der Möglichkeit, die gesamte Struktur des Heckflügels zu rotieren.
Pierre Wache, der technische Direktor von Red Bull, äußerte am letzten Tag der Vorsaison-Tests seine Verdachtsmomente. Er glaubt, dass Ferrari und McLaren das ‚mini-DRS‘-Konzept weiterhin ausnutzen. Wache prognostiziert, dass dieses Thema ein heißes Diskussionsthema im Vorfeld des Großen Preises von Australien, dem Saisonauftakt für 2025, sein wird.
Die Vorschriften der FIA erfordern während der Tests keine strengen rechtlichen Überprüfungen der Designs der F1-Teams. Daher ist es unwahrscheinlich, dass vorerst formelle Beschwerden über die Manöver des Heckflügels eines Teams eingelegt werden. Die Situation könnte sich jedoch dramatisch ändern, sobald die Teams Australien erreichen. Die Kontroverse um das ‚Mini-DRS‘ könnte wieder aufflammen, wenn Teams vermuten, dass ihre Rivalen das Konzept in Melbourne nutzen.
Im letzten Jahr, nach dem Großen Preis von Aserbaidschan, diskutierte die FIA das Design des Heckflügels von McLaren aufgrund weit verbreiteter Unzufriedenheit. Das Team nahm daraufhin Änderungen am Flügel vor. Um eine weitere Ausnutzung von Strategien bezüglich des Heckflügels zu verhindern, aktualisierte die FIA die Vorschriften. Die Breite des Schlitzspalts wurde von einem Minimum von 10-15 mm auf 9,4-13 mm reduziert, während die obere Grenze bei 85 mm blieb, wenn DRS aktiviert war.
Änderungen wurden auch an den Vorschriften bezüglich der Position der DRS-Bauteile eingeführt. Es kann jetzt nur zwischen dem offenen oder geschlossenen Zustand wechseln, was effektiv Zwischenpositionen mit Flexibilität verbietet. Die überarbeiteten Vorschriften verlangen außerdem, dass die Teams die Hauptfläche des Heckflügels verstärken.
Mit dem Beginn der Saison 2025 bleibt die ‚Mini-DRS‘-Saga ein Thema, das die F1-Welt in Atem hält. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Kontroverse entwickeln wird und welchen Einfluss sie auf den prestigeträchtigsten Wettbewerb des Sports haben wird.