Drive to Survive Staffel 8: Eine blendende Enttäuschung auf der Überholspur
Als die Motoren der Formel-1-Saison 2025 zum Leben erwachten, saßen die Fans auf der Kante ihrer Sitze und erwarteten gespannt die neueste Folge von Netflix' Drive to Survive. Diese Staffel versprach Drama und Intrigen, mit atemberaubenden Handlungssträngen wie Lewis Hamiltons schockierendem Wechsel zu Ferrari – ein Schritt, der schnell ins Chaos abdriftete. In der Zwischenzeit sah sich das junge Talent Kimi Antonelli, der in Hamiltons Fußstapfen bei Mercedes trat, der brutalen Realität der gnadenlosen Welt der F1 gegenüber. Und nicht zu vergessen die sensationelle Entlassung von Christian Horner bei Red Bull, die die Bühne für Max Verstappens nervenaufreibenden Kampf um die Meisterschaft bereitete – der letztendlich nur zwei Punkte davon entfernt war, den Ruhm von McLaren zu stehlen.
Doch während sich die Fans darauf vorbereiten, die acht Episoden, die diesen Freitag erscheinen, am Stück zu schauen, bleibt ein unangenehmes Gefühl der Flachheit zurück. Trotz des Reichtums an Material, das nach Erkundung schreit, lässt die Ausführung die Zuschauer fragen: „Ist das alles?“ Nehmen wir zum Beispiel die erbitterte Rivalität zwischen Lando Norris und Oscar Piastri bei McLaren. Die Erzählung verpufft nach Norriss Sieg beim Großen Preis von Großbritannien und übersieht entscheidende Momente wie die umstrittenen Teamorder beim Großen Preis von Italien und Norriss umstrittenen Manöver in Singapur. Anstatt in diese hitzigen Auseinandersetzungen einzutauchen, entscheidet sich die Show für eine sanftere Darstellung, die sich auf hinter den Kulissen stattfindende Belanglosigkeiten konzentriert – wie Zak Brown und Piastri, die mit alten McLarens spielen – anstatt sich mit den saftigen Kontroversen zu befassen, die die F1 so fesselnd machen.
Der Glanz der Öffentlichkeitsarbeit scheint den rauen Charakter der Show erstickt zu haben. Schlüsselmomente wie die Ungarn- und die Italien-Grands-Prix, die fruchtbaren Boden für fesselndes Geschichtenerzählen hätten bieten können, werden beiseite geschoben, als ob sie nie stattgefunden hätten. Stattdessen werden die Zuschauer mit einer polierten Erzählung ohne das rohe, ungefilterte Drama verwöhnt, das die Serie einst prägte. Piastris Kämpfe im Meisterschaftsduell? Ignoriert. Die Show fühlt sich unbestreitbar so an, als wäre sie von „The Christian Horner Show“ in „The Zak Brown Show“ verwandelt worden, wobei der McLaren-CEO das Rampenlicht für sich beansprucht, während andere Fahrer in den Hintergrund treten.
Die Episode des Großen Preises von Las Vegas ist ein weiteres offensichtliches Fehltritt. Anstatt die Dynamik der Teams und ihrer Führer hervorzuheben, reduziert sie Andrea Stella—den Teamchef von McLaren—auf bloßes Hintergrundgeräusch, während das Scheinwerferlicht hell auf Brown, Vasseur, Wolff und Mekies strahlt. Die Nachwirkungen des Rennens, insbesondere die doppelte Disqualifikation von McLaren, werden mit einem abfälligen Nicken behandelt und als „Zak hat gewettet und verloren“ dargestellt—eine vereinfachte Sicht auf eine komplexe Situation, die viel mehr Aufmerksamkeit verdient.
Sogar die Darstellung von Lewis Hamiltons turbulenter Saison bei Ferrari fällt flach, wobei nur oberflächlich auf seine Herausforderungen und Rückschläge eingegangen wird. In der Zwischenzeit wird Kimi Antonellis ehrliche Beichte, sich nach einem enttäuschenden Großen Preis von Belgien „beschämt“ zu fühlen, kurz angesprochen, was die Zuschauer nach tiefergehenden Einblicken verlangen lässt. Interessanterweise tritt George Russell nicht als wettbewerbsfähige Kraft auf, sondern als Kommentator, der die Rolle eines narrativen Leitfadens übernimmt—eine deutliche Abkehr von dem Drama, das einst die Wellen füllte.
Insgesamt ist die 8. Staffel von Drive to Survive eine kurvenreiche Mischung aus verpassten Gelegenheiten und PR-gesteuerten Erzählungen. Während sie zweifellos Zuschauer und Klicks anziehen wird, gelingt es ihr nicht, das Wesentliche einzufangen, was die Serie zu einem Favoriten unter den Fans gemacht hat: einen unverfälschten Einblick in die gnadenlose, intrigante Welt der Formel 1. Stattdessen bleiben wir mit einem verherrlichten Werbespot für die schmackhafteren Aspekte des Sports zurück – ein Ansatz, der letztendlich den Nervenkitzel mindert.
Für die hartgesottenen Fans des Sports, die sich nach der Aufregung vergangener Tage sehnen, fühlt sich diese Staffel wie eine große Enttäuschung an. Drive to Survive hat seinen Biss verloren und schwebt gefährlich nah daran, nur noch ein weiteres poliertes Unterhaltungsstück zu werden, anstatt das fesselnde Drama, das einst die Welt des Motorsports im Sturm eroberte.
GESAMTWERTUNG: 4/10 Markiert euch den Termin – Die 8. Staffel startet weltweit am 27. Februar, und macht euch bereit für eine Fahrt, die viel verspricht, aber enttäuschend wenig liefert.








