Hyundais kühner Versuch, Toyota im WRC 2026 zu übertreffen: Sind sie bereit für die Herausforderung?
Während die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) sich auf die Saison 2026 vorbereitet, richten sich alle Augen auf Hyundai, die sich darauf vorbereiten, gegen die amtierenden Champions, Toyota, anzutreten. Nach einem herzzerreißenden knapp verpassten Sieg im Jahr 2024, als sie nur hauchdünn daran scheiterten, sowohl die Fahrer- als auch die Herstellermeisterschaft zu gewinnen, ist Hyundai bereit, ein Zeichen zu setzen. Im vergangenen Jahr erlitt das Team eine vernichtende Niederlage und sicherte sich nur zwei Rallye-Siege – in Griechenland und Saudi-Arabien – während Toyota in Ruhm schwelgte mit unglaublichen zwölf Siegen. Die Frage steht im Raum: Kann Hyundai aus der Asche auferstehen und Toyotas Dominanz herausfordern?
Hyundais Schwierigkeiten im Jahr 2025 lassen sich auf eine Reihe von Fehlkalkulationen und Rückschlägen zurückführen. Die ehrgeizige Investition in die ‘Evo’-Version ihres i20 N brachte nur begrenzten Erfolg, insbesondere auf Asphalt und instabilen Geländen. Die Einführung neuer Hankook-Kontrollreifen komplizierte ihre Suche nach Geschwindigkeit zusätzlich. Zu ihren Problemen kam der Druck auf die Ressourcen, da sie ein Werksprogramm in der World Endurance Championship unter ihrer Genesis-Marke jonglierten, während sie gleichzeitig ihre Betriebe nach Offenbach, Deutschland, verlegten.
Allerdings scheint Hyundai eine Wende genommen zu haben. Sportdirektor Andrew Wheatley strahlt Zuversicht aus und erklärt: „Ich persönlich habe das Gefühl, dass das Team in einer viel stärkeren Position ist. Die Leute im Team arbeiten unglaublich hart, und es herrscht eine positive Energie darüber, wie wir vorankommen.“ Mit dem bevorstehenden Monte-Carlo-Rallye glaubt Wheatley, dass Hyundai bereit ist, erneut um die begehrten Titel zu kämpfen. „Wir können definitiv herausfordern, aber eine falsche Entscheidung hier [in Monte Carlo] kann nachteilige Folgen haben“, warnt er und betont die kritische Natur des Saisonauftakts.
Das Team hat bedeutende Fortschritte in der Entwicklung des Hyundai i20 N gemacht, mit wesentlichen Verbesserungen, die darauf abzielen, die Leistung zu steigern. Technischer Direktor Francois-Xavier Demaison hat eine umfassende Entwicklungsstrategie geleitet, um das Betriebsfenster des Fahrzeugs, insbesondere auf Asphalt, zu erweitern. Hyundai hat einen Homologationsjoker genutzt, um die Übersetzungsverhältnisse zu verbessern und hybride Verluste zu beheben, während ein weiterer Joker darauf abzielt, die Vorderachse des i20 N zu stabilisieren, um eine bessere Vorhersagbarkeit zu gewährleisten – ein entscheidendes Element für Fahrer, die die tückischen Straßen von Monte Carlo befahren.
Während Hyundai hart gearbeitet hat, war auch ihr erbitterter Konkurrent Toyota damit beschäftigt, ihren GR Yaris zu verfeinern. Mit Upgrades an der Federung und aerodynamischen Komponenten, einschließlich eines überarbeiteten Heckflügels, bleiben sie eine formidable Kraft. Dennoch hat Hyundai seit dem Abschluss der Rallye Saudi-Arabien im letzten November 16 Tage intensiver Tests nicht nur an ihrem Rally1-Auto, sondern auch am i20 N Rally2 gewidmet, was entscheidend ist, um die neuen Hankook-Reifen zu meistern und sich auf die bevorstehenden technischen Vorschriften vorzubereiten.
Der Wechsel der Testorte von Finnland nach Frankreich hat Hyundai einen verbesserten Zugang zu sowohl Schotter- als auch Asphaltgeländen verschafft, ein strategischer Schritt, der sich ausgezahlt hat. Wheatley bemerkt: „Der Wechsel des permanenten Teststandorts war sehr nützlich, insbesondere für unseren neuen Zugang, Hayden Paddon, der jetzt Zugang zu unterschiedlichen Straßenbedingungen hat.“
Da die Rallye Monte Carlo—der erste große Test der Saison—naht, ist Hyundais Thierry Neuville vorsichtig optimistisch hinsichtlich der möglichen Verbesserungen. Nach einer frustrierenden Saison 2025 erkennt Neuville die harte Arbeit an, die das Team geleistet hat, gibt jedoch zu: „Ehrlich gesagt, wenn ich sagen würde, dass ich mich [hinter dem Steuer] sicher fühle, würde ich ein wenig lügen.“ Er betont die Notwendigkeit einer konstanten Leistung, um das Vertrauen zurückzugewinnen, das seinen Fahrstil geprägt hat.
Im Gegensatz dazu strahlt Neuvilles Teamkollege Adrien Fourmaux Selbstvertrauen in Bezug auf das Paket 2026 aus. „Wir haben vor Monte Carlo viel am Auto gearbeitet, was ziemlich gut ist“, erklärt er. Die Verbesserungen, insbesondere im Umgang mit unebenen Bedingungen, haben im Team ein Gefühl der Zuversicht geweckt, während sie sich darauf vorbereiten, den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen.
Mit der WRC-Saison 2026 am Horizont befindet sich Hyundai an einem kritischen Punkt. Können sie ihre jüngsten Entwicklungen und die neu gewonnene Energie nutzen, um Toyotas Herrschaft zu stürzen? Während die Motoren in Monte Carlo zum Leben erwachen, liegt die Antwort gleich um die Ecke—eines ist sicher: Die Rallyewelt steht vor einem erbitterten Showdown!








