Seit Jahren umgeben Gerüchte über brutale Disziplin, psychologische Konditionierung und angeblichen grenzwertigen Missbrauch die Beziehung von Max Verstappen zu seinem Vater, Jos Verstappen. Doch jetzt bricht der ehemalige F1-Fahrer sein Schweigen und stellt die Dinge klar zu einer der schockierendsten Geschichten im modernen Motorsport—der Behauptung, er habe seinen Sohn als Teenager an einer Tankstelle sitzen lassen.
Im Gespräch mit F1Insider.com bestritt Jos Verstappen jemals, seinen Sohn zurückgelassen zu haben, räumte jedoch ein, dass viele seine Erziehungsmethoden als extrem betrachten würden, die Max zu dem unermüdlichen Champion geformt haben, der er heute ist.
Der berüchtigte Tankstellenvorfall: Eine Lektion in harter Liebe?
Einer der umstrittensten Momente in der Verstappen-Saga geht auf das Jahr 2012 zurück. Max, damals erst 15, fuhr in der CIK-FIA KZ2 Kart-Meisterschaft in Italien. Aus der Pole-Position gestartet, zerbrachen seine Titelhoffnungen—buchstäblich—nach einem Unfall in der zweiten Runde, der seinen Siegversuch beendete.
Jos, bekannt für sein hitziges Temperament und seine unerbittliche Mentalität, soll wütend gewesen sein. Während der langen Heimfahrt kochte die Frustration über und gipfelte in einem so intensiven Streit, dass Jos angeblich an einer Tankstelle anhielt und Max dort—allein, in einem fremden Land—zurückließ.
Mit niemandem, an den er sich wenden konnte, rief Max seine Mutter, Sophie Kumpen, an. Schließlich kam Jos zurück, um ihn abzuholen, aber die Bestrafung endete nicht dort. Der ältere Verstappen verhängte eine brutale Ignorierstrafe—er weigerte sich, eine ganze Woche lang mit seinem Sohn zu sprechen.
Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt später, spricht Jos endlich über die Vorwürfe.
Jos Verstappen: „Ich habe ihn nicht verlassen. Ich habe einfach nicht mit ihm gesprochen“
Jos besteht darauf, dass die Geschichte im Laufe der Zeit verzerrt wurde und weist die Vorstellung zurück, dass er seinen Sohn verlassen hat, doch er leugnet nicht den psychologischen Druck, den er auf Max ausgeübt hat.
„Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, diese Geschichte aufzuklären“, sagte er. „Die Wahrheit ist: Ich habe ihn nicht zurückgelassen. Ich habe einfach eine Woche lang nicht mit ihm gesprochen. War das zu hart? Laut Max, nein.“
Jos hält daran fest, dass sein drakonischer Ansatz notwendig war, um seinen Sohn zu dem eiskalten Konkurrenten zu formen, der er heute ist. Er verglich sogar Max‘ Widerstandsfähigkeit mit dem notorisch harten Red Bull Berater Helmut Marko, einer Figur, die für ihre rücksichtslosen Fahrerentwicklungstaktiken bekannt ist.
„Er fühlte sich aufgrund meiner Art besser auf die F1 vorbereitet“, fügte Jos hinzu. „Die Behandlung von Helmut Marko, der ebenfalls als extrem hart gilt, hat ihn daher nicht mehr gestört.“
Aber während Max anscheinend die extreme Erziehung angenommen hat, fragen Kritiker weiterhin, ob solcher unermüdlicher Druck an psychologischem Missbrauch grenzt.
Von der Tankstelle zum Ruhm: Max’ unverwüstliche Mentalität im Jahr 2024
Wenn Jos Verstappens unerbittliche Trainingsmethoden dazu gedacht waren, einen unerschütterlichen Konkurrenten zu formen, waren die Ergebnisse 2024 unbestreitbar. Trotz der inkonsistenten Leistung von Red Bull in der zweiten Saisonhälfte hielt Max standhaft durch, überdauerte McLarens Lando Norris und sicherte sich seinen vierten aufeinanderfolgenden Weltmeistertitel.
In einer Saison, in der sein Auto oft langsamer war, wurde Verstappens Fähigkeit, jeden möglichen Punkt herauszuholen und Fehler zu minimieren, zu seinem bestimmenden Merkmal. Dieser mentale Stahl, geschliffen durch jahrelange extreme Disziplin, erwies sich als seine größte Waffe.
Doch mit dem nahenden Jahr 2025 wachsen die Bedenken über die Form von Red Bull, und Jos ist alles andere als optimistisch.
Jos schlägt Alarm: „Red Bull braucht ein vorhersehbareres Auto“
Während Max erneut die Widrigkeiten überwunden haben mag, bleibt sein Vater tief skeptisch gegenüber Red Bulls Fähigkeit, in der nächsten Saison ein dominantes Auto zu liefern.
„Ich bezweifle das immer noch ein wenig“, gab Jos zu. „Red Bull muss ein Auto bauen, das unter allen Bedingungen vorhersehbarer ist. Wenn man sich die zweite Hälfte von 2024 ansieht, kann man nicht optimistisch sein.“
Seine Bedenken konzentrieren sich auf die Unfähigkeit des Teams, eine konsistente Entwicklung aufrechtzuerhalten, ein Problem, das offensichtlich wurde, nachdem Red Bulls technischer Chef, Adrian Newey, sich aus der direkten Beteiligung zurückgezogen hatte.
„Was Newey betrifft, so ist es ein Fakt, dass das Auto nicht besser wurde, als er das Team verließ. Besonders die Updates funktionierten nicht mehr wie gewünscht“, warnte Jos. „Ich habe genug über die Gründe gesprochen, warum das Team in Gefahr ist, auseinanderzufallen. Lassen wir es dabei. Eines ist sicher: Red Bull hat 2025 eine große Aufgabe vor sich.“
Das Verstappen-Erbe: Harte Liebe oder unverzeihliches Trauma?
Während Max Verstappen weiterhin an der Spitze der Formel 1 steht, bleibt die drängende Frage: War Jos Verstappens extremem Ansatz der Schlüssel zu der Dominanz seines Sohnes, oder überschritt er die Grenze zu etwas Düsterem?
Wie dem auch sei, der Name Verstappen ist in die Motorsportgeschichte eingraviert. Und während die Saison 2025 näher rückt, ist eines sicher – im Verstappen-Lager gibt es keinen Platz für Schwäche.