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Der Aufstieg und Fall von Red Bull-Renault: F1s bittersüßeste Partnerschaft

James Taylor by James Taylor
Januar 2, 2025
in Motorsports
Reading Time: 4 mins read
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The Rise and Fall of Red Bull-Renault: F1’s Most Bittersweet Partnership

NORTHAMPTON, ENGLAND - JULY 19: Carlos Sainz Jr of Spain drives the Infiniti Red Bull Racing car during the young drivers test at Silverstone Circuit on July 19, 2013 in Northampton, England. (Photo by Mark Thompson/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool // SI201412176216 // Usage for editorial use only //

Die Allianz zwischen Red Bull und Renault ist eine Geschichte von immensem Erfolg, bitteren Auseinandersetzungen und einem hart erkämpften Comeback, das schließlich den französischen Hersteller im Staub zurückließ. Was in den frühen 2000er Jahren als eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft begann, endete in einer streitbaren Scheidung, die den intensiven Druck verdeutlichte, in der Formel 1 wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Glanzzeiten: Vier Titel und 59 Siege

Renaults Einstieg als Motorenlieferant von Red Bull im Jahr 2007 markierte den Beginn einer der erfolgreichsten Partnerschaften in der Geschichte der Formel 1. Von 2010 bis 2013 war Red Bull-Renault unantastbar. Sebastian Vettel und das von Adrian Newey entworfene Chassis kombiniert mit Renaults Antriebseinheit lieferten vier aufeinanderfolgende Konstrukteurs- und Fahrertitel. Die Partnerschaft brachte 59 Siege ein und stellte Red Bull als eine der modernen Dynastien der Formel 1 heraus.

Risse beginnen sichtbar zu werden

Selbst während ihrer Dominanz waren die Risse offensichtlich. Red Bull äußerte häufig Frustrationen über Renautls mangelnde Leistung im Vergleich zu Rivalen wie Ferrari und Mercedes. Renault fühlte sich seinerseits oft im Schatten, da seine entscheidende Rolle im Erfolg von Red Bull oft unterbewertet wurde.

Carlos Tavares, damals COO von Renault, ließ 2013 seinen Unmut über die Situation aus: „Wir sind frustriert über die mangelnde Anerkennung, die wir dafür bekommen, dass wir gegen Größen wie Ferrari und Mercedes gewinnen.“ Diese Spannungen schwelen unter der Oberfläche, doch der endgültige Wendepunkt kam mit der Einführung der Hybrid-Ära.

Die Hybrid-Ära Katastrophe

Die Saison 2014 war ein Wendepunkt für die F1, mit der Einführung von 1,6-Liter V6 Turbo-Hybridmotoren. Renaut’s Hybrid-Antriebseinheit war von Problemen geplagt – unterlegen, unzuverlässig und nicht wettbewerbsfähig. Red Bull, das es gewohnt war zu gewinnen, fand sich in einer verzweifelten Situation wieder. Trotz der drei Siege von Daniel Ricciardo im Jahr 2014 war das Team ein Schatten seiner selbst, während Mercedes dominierte.

Christian Horner kritisierte Renault öffentlich und erklärte, die Leistung und Zuverlässigkeit seien „unakzeptabel“. Währenddessen begann Adrian Newey, sich von seiner Vollzeitrolle zurückzuziehen, desillusioniert durch die Unfähigkeit, mit einem Motor zu konkurrieren, der sein Design-Genie einschränkte.

Öffentliche Streitigkeiten und Brüche

Bis 2015 hatte die Beziehung ihren Tiefpunkt erreicht. Die Unzufriedenheit von Red Bull entlud sich in öffentliche Kritik, wobei Horner Renault beschuldigte, die versprochenen Upgrades nicht geliefert zu haben. Renault seinerseits reagierte gereizt auf die ständigen Sticheleien und bestand darauf, dass die Rhetorik von Red Bull seinem Ruf schadete.

Versuche, den Motoren-Guru Mario Illien (ehemals bei Mercedes und Ilmor Engineering) einzubeziehen, um die Situation zu retten, vergrößerten nur die Kluft. Renault lehnte Illiens vorgeschlagenes Upgrade-Paket ab, was die bereits toxische Beziehung weiter belastete.

Eine bittere Scheidung

In einer dramatischen Wendung kündigte Red Bull seinen Vertrag mit Renault für 2016, nur um ohne Alternativen dazustehen. Sowohl Mercedes als auch Ferrari lehnten Vorschläge ab, Red Bull mit Motoren in gleicher Spezifikation zu beliefern, während Hondas Schwierigkeiten mit McLaren sie zu einer unhaltbaren Wahl machten. Gezwungen, mit dem Hut in der Hand zu Renault zurückzukehren, benannte Red Bull die Motoren in „Tag Heuer“ um, um sich von der gescheiterten Partnerschaft zu distanzieren.

Die Honda-Wiederauferstehung

Der Übergang von Red Bull zu Honda im Jahr 2019 erwies sich als transformativ. Im Gegensatz zu Renault verfolgte Honda einen kooperativeren Ansatz und ging auf die technischen Bedürfnisse von Red Bull ein. Die neue Partnerschaft trug schnell Früchte, als Max Verstappen beim Großen Preis von Österreich in nur ihrem neunten Rennen gemeinsam gewann. Bis 2021 entthronte der Honda-motorisierte Red Bull Mercedes und leitete Verstappens Dominanz-Ära ein.

Renaults Rückgang

Unterdessen stürzten Renaults F1-Glück und -Erfolg ab. Zwischen 2016 und 2021 errang man nur einen Sieg, einen glücklichen Sieg für Esteban Ocon beim Großen Preis von Ungarn 2021. Das Hybridmotorenprogramm von Renault erholte sich nie vollständig, und das Unternehmen kündigte Pläne an, seine interne Motorenproduktion bis 2025 einzustellen, wobei Alpine ein Mercedes-Kundenteam wird.

Das Erbe

Die Partnerschaft zwischen Red Bull und Renault wird ebenso sehr für ihren Erfolg wie für ihre Konflikte in Erinnerung behalten. Während das Duo die F1-Welt gemeinsam eroberte, unterstreicht ihre Unfähigkeit, in schwierigen Zeiten Harmonie aufrechtzuerhalten, das empfindliche Gleichgewicht der Zusammenarbeit im Motorsport.

Für Red Bull war der Wechsel zu Honda die ultimative Bestätigung. Für Renault scheinen die glorreichen Tage mit Red Bull nun wie eine ferne Erinnerung, ein Höchststand, der nie wieder erreicht wurde. Während Max Verstappen weiterhin dominiert, wird klar, dass Red Bulls mutige Entscheidung, die Verbindungen zu Renault zu kappen, den Weg für seine aktuelle Ära der Vorherrschaft ebnete.

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